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Fernes im Kasten

Wien Museum Karlsplatz: Zauber der Ferne.

Imaginäre Reisen im 19. Jahrhundert.

Besuch im Kaiserpanorama, 1913. Copyright: SLUB / Deutsche Fotothek / O. Meister

In einer Zeit als Fernsehen und Internet noch unbekannt waren, erlebte man virtuelle Reisen bloß durch einfache optische Geräte von Schaustellern oder durch die Literatur. Die Reiselust aller Schichten der Wiener Gesellschaft des 19.Jahrhunderts, wie die Ausstellung beleuchtet, wurde mit technischem Aufwand und optischen Tricks kurzfristig befriedigt. Denkbar, dass die Geschichte der Multi-Media-Kunst mit der Vorführung fremder Welten und Kulturen ihren Ausgang genommen haben könnte. Erstaunlich, dass wir heute mit modernen Medien nicht anders umgehen als unsere Ur-Urelterngeneration. Der Kulturtransfer von der Ferne in das österr. Kaiserreich erfolgte meist einseitg und ohne Bezug zum realen Leben in Ländern, die damals exotisch anmuteten. Doch heute leben wir in einem medialen Netz, das ebenso kulturbelastet benutzt wird. Die Ausstellung reflektiert, wie seinerzeit Fernweh und Reiselust erlebt wurde und lässt fühlen, dass wir ferne Länder ebenso virtuell-exotisch betrachten. (sd)

Ausstellungsdauer
4.12.2008 bis 29.3.2009


Kuratorin
Ursula Storc

Credits

Abbildungen oben:

  • Robin Rhode: Under the Sun, 2017; C-Prints, 50 cm x 50 cm